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Neue Seite 1

Stand

08.11.2004

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Bilder und Berichte

Erster Spatenstich für den Neubau der Osttribüne im Stadion der Freundschaft am 26

FC Energie Cottbus - FC Rot-Weiß Erfurt 3:0 am 07.11.2004 vor 9.350 Zuschauern im Cottbuser Stadion der Freundschaft
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Habt ihr genauso tief durch geatmet wie ich? Ich denke mal schon. Die Erleichterung nach dem Spiel war allenthalben spürbar. Der eine oder andere hatte zwar noch was zu mosern, aber der überwiegende Teil der ca. 9.000 Energie-Anhänger verließ das Stadion mit einem Lächeln im Gesicht. Auch die Mannschaft genoss den Gang in die Kurve diesmal sichtlich mehr, als in den letzten Auswärtsspielen. Sogar bei Ede glaubte ich kurz den Ansatz eines Lächelns erkannt zu haben, als er sich bei den Fans im Block I für ihre Unterstützung bedankte. Obwohl er irgendwie leicht verunsichert wirkte. Scheinbar traute er der guten Stimmung bei den Fans noch nicht so recht. Tja, wen wundert's nach den unsäglichen Ereignissen der letzten Wochen.

Das Spiel entsprach in seinem Verlauf größten Teils meinen Erwartungen. Denn dass die auswärts immer tief stehenden Erfurter nieder gekämpft werden müssen, dürfte allen klar gewesen sein. Die spielen nicht mit, die warten auf Fehler. Und genau so war es auch. Energie hatte in der ersten halben Sunde bestimmt 75% Ballbesitz, tat sich aber wie auch zuletzt schon sehr schwer im Abschluss. Besonders Jungnickel und Meszaros taten sich beim Auslassen von Großchancen hervor. Was hab ich mich geärgert und besonders über Letzteren aufgeregt. Man kann sich mein dummes Gesicht vorstellen, als ausgerechnet Norbert Meszaros in der 39. aus etwa 18 Metern Torentfernung beherzt abzog und unter tätiger Mithilfe des Erfurters Traub zum 1:0 traf. Aber egal, Hauptsache drin. Party. Auch danach lockerte RWE (Ost) seine defensive Taktik nicht wirklich auf. Außer einigen Kontern und diversen Standards waren sie nur selten in der Nähe unseres Strafraums zu sehen, etwas wie organisierten Spielaufbau hab ich eigentlich nicht gesehen. Ab und zu stockte mir dann aber doch der Atem, besonders bei hohen Bällen auf den Hünen Glöden. Aber Captain G. Berhalter gewann tatsächlich, trotz geschätzter 20 cm Größenunterschied, so ziemlich jedes Kopfballduell. Das war eine deutliche Steigerung und das beste Spiel seit seiner Rückkehr. Ebenfalls stark sah ich Daniel Gunkel, der nach Vragels Ausfall wieder in die Innenverteidigung rückte. Über die gesamte Spieldauer wirkte er sehr aufmerksam und agil, Braham war bis auf sein nicht gegebenes Hand-Tor bei Ihm fast vollständig abgemeldet. Alles in Allem ließ die Abwehr heute nichts anbrennen.

Das Spiel ließ nach der Pause ein wenig nach. Energie war bemüht ein zweites Tor nach zu legen, ging aber nicht mit letzter Konsequenz ans Werk. Vielleicht wollte man das zuletzt scheinbar schon zur Vereinstradition gewordene Konter-Gegentor vermeiden. Rot-Weiß-Trainer René Müller (dieser fand übrigens nach dem schwachen Spiel seiner Mannschaft und in der jetzt schon brenzligen Situation, tatsächlich noch die Nerven sich auf dem Weg zur Pressekonferenz mit Energie-Fans fotografieren zu lassen) stellte erst nach über einer Stunde um, wechselte mehrmals und ließ sein Team nun etwas offensiver spielen. Hierdurch wurden Räume für den Energie-Sturm frei. Doch die bekannten Schwächen verhinderten weiterhin das 2:0. Die z.T. stereotypen Angriffe über die Außenpositionen brachten leider nichts ein. In diesem Zeitraum, da Energie drückte und Erfurt konterte war das Spiel noch keinesfalls gewonnen. Aber dann machte die personifizierte Spielintelligenz des FCE den entscheidenden Unterschied. Youssef Mokhtari nahm einen, bei einem typischen Reghe-Dribbling abgeprallten, Ball auf und spitzelte ihn aus etwa 10 Metern von Rechts mit einem herrlichen Außenristheber aufs Tor. Aber auch beim 2:0 war wieder das Glück in Form eines Erfurters im Spiel, denn Mok's Ball wurde abgefälscht und senkte sich dann unhaltbar für Keeper Twardzik erst im langen Eck unter die Latte. Mokhtari hatte vorher schon einige gute Pässe, sowie Fernschüsse und Freistöße kucken lassen. Das ist es was ich von ihm sehen will, diese vom Gegner nicht vorher zu sehenden, bzw. unberechenbaren Aktionen. Abgesichert wurde Mok heute vom wieder einmal super spielenden Ade Ogungbure. Großartig gekämpft, und diesmal auch die gewonnenen Bälle an den eigenen Mann gebracht. Beide Daumen hoch. Jetzt endlich, also in der letzten viertel Stunde machte Erfurt Druck, und damit hinten auf. Massig Platz für Konter also. Doch der eingewechselte Iordache erbrachte den Beweis dafür, dass Ede mit Jungnickel die richtige Wahl für die erste Elf getroffen hatte. Sage und schreibe 4 (In Worten: V I E R !!!) so genannte 100%ige Konterchancen versemmelte er innerhalb von nur zehn Minuten. Für den positiven Abschluss des Spiels sorgte dann in der Nachspielzeit der wieder schwer ackernde Steffen Baumgart. Nachdem Twardzik einen Mokhtari-Freistoß nur abprallen ließ, stand Baume genau dort wo er als Stürmer hin gehört und konnte aus 7 Metern zum 3:0 abstauben. Direkt danach waren zuerst der Torjubel, dann der Schlusspfiff und schließlich jede Menge fallende Steine zu hören. Ach ja, und Gunnar? Viel hatte er nicht zu halten, aber alles was kam hatte er sicher. Ich persönlich freute mich als Benny Schöckel eingewechselt wurde und auf die linke Seite ging. Das beweist nämlich dass Eduard Geyer und ein großer Teil der Fans doch gar nicht so weit bei ihrer Beurteilung der letzten Spiele auseinander lagen. Ich weis nicht wie es anderen Zuschauern ging, ich für meinen Teil kann nicht behaupten Timo Rost und besonders Ronny Nikol auf dem Feld vermisst zu haben.

Fazit: Sieg! Ein erkämpfter Sieg zwar, und auch gegen einen nicht gerade "abgebrühten" Gegner, aber um nichts anderes ging es schließlich. Mit Micha Thurk im Sturm hätten wir auch 5 oder sogar 6:0 gewinnen können. Ich hoffe dass er nicht zu lange ausfällt.

Mit jetzt 16 Punkten aus zwölf Spielen und dem damit verbundenen neunten Platz sowie 5 Punkten Vorsprung auf den 15.Platz hat man doch erst einmal ein wenig Luft zum atmen gewonnen. Das soll nicht heißen dass man sich darauf ausruhen könnte, im Gegenteil muss jetzt erst recht angegriffen werden um an Boden gut zu machen. Hoffen wir dass den positiven Eindrücken vom So jetzt auch mal auswärts was zählbares folgt. Auch wenn der Tabellendritte aus Meiderich als Gegner natürlich ein anderes Kaliber darstellt.

"Stussysweltreporter" Rossi

     
Blick in das Stadion vom Oberrang der neuen Osttribüne
     

.Die weiteren Bilder zum Spiel gibt es hier ...

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