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So Freunde, heute mal wieder ein
Amateure-Spielbericht. Und zwar zur Begegnung gegen die
Reinickendorfer Füchse. Einem alten Bekannten aus den
Regionalligazeiten der ersten Mannschaft also. Heute fristet
diese Truppe ein eher trostloses Oberliga-Dasein, und das sogar
noch in der Abstiegszone. Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff
trudelte ich im Klubhaus ein, wo dank Stussy schon ein leckeres
Bauernfrühstück auf mich wartete. Nachdem ich Dieses im Nahkampf
beseitigt hatte, prüften wir den heutigen Spielberichtsbogen auf
eventuelle Fehler. (Da das ja scheinbar sonst Keiner macht.) Wir
fanden zumindest keine Offensichtlichen. Namen wie Schröder,
Ogungbure, Jungnickel, Brunnemann und da Silva ließen erkennen
dass man auch heute wieder ein ähnliches Ergebnis, wie das vom
NOFV aberkannte 5:0 gegen Wismar anstrebte. Das Schiri-Gespann
nahm sich sehr viel Zeit um den Platz zu begutachten. Das Regen-
und Tauwetter der letzten Tage hatte deutliche Spuren
hinterlassen. Das Wasser war eigentlich gut auf dem Platz
verteilt, nur auf etwa einem Drittel der Fläche waren die
Pfützen tiefer als zehn Zentimeter. Da es aber noch weiter goss,
dürfte man bald eine geschlossene Wasserfläche erreicht haben.
Wie man früher im Westteil der Republik gesagt hätte:
"Walter-Wetter". Die Schiris meinten offensichtlich, dass das
(zumindest für die 68 Zuschauer) sehr witzig werden könnte und
entschieden sich schließlich das Spiel auszutragen. Sie sollten
Recht behalten, wir haben viel gelacht.
Da das Südstadion der Eisenbahner an der Lipezker Straße (Ich
hoffe ich habe keinen der offiziellen Namen vergessen.) ja immer
noch nicht über eine Überdachung verfügt, standen wir anfänglich
also im Regen. Darauf wartend, dass die Spieler zum Duschen aus
der Kabine kommen, stellten wir erleichtert fest, dass Manuel
Zemlin heute in Zivil gekommen war. Ihm hatte man ja den
nachträglichen Punktabzug zu verdanken. Wie es sein kann, dass
weder die Trainer, noch die Betreuer, noch der Spieler selbst
wissen wie viele gelbe Karten er hat, ist mir ein Rätsel.
Ehrlich gesagt, einfach nur peinlich. Zumal in der Hinrunde
schon mal ein ähnlicher Fehler gemacht wurde, als Kevin
Meinhardt auf dem Spielberichtsbogen vergessen wurde. Schade für
Markus Dörry, der hatte im Wismar-Spiel (Auf geschlossener
Schnee-Decke.) einen lupenreinen Hattrick hingelegt. Nachdem man
in der Vorwoche einen Punkt bei Yesilyurt geholt hatte, legten
auch die Berliner Protest gegen die Wertung des Spiels ein.
Scheinbar wird das von den Gegnern der Amas jetzt schon auf
Verdacht hin getan. Unter dem Motto: "Versuchen kann man es ja
mal, bei Denen ist doch immer was." Tja, die Verantwortlichen
der Amateure stehen damit jetzt quasi genauso im Regen, wie ich,
da ich selbstredend ohne Schirm gekommen war. Aus diesem Grund
suchte ich nun erstmal nach einem halbwegs trockenen Plätzchen,
und ich wurde fündig. Der kleine, aus Stahlröhren und
Gitterrosten zusammen gezimmerte Kamera-Podest vor dem
Kultsprecherturm wurde kurzer Hand zur VIP-Tribüne ernannt, und
von mir besetzt. Einige Zeit später, gesellte sich dann auch der
Macher dieser Seite dazu.
Zum Spiel: Es dauerte einige Zeit, bis sich die Spieler an die
Gegebenheiten gewöhnt hatten. Der tiefe Rasen… nein... Das tiefe
Wasser machte das Spielen sichtlich schwer. Aber nach einigen
Minuten kamen die Amateure zu ihrer ersten Chance. Ein
abgefälschter Schuss blieb aber in einer Pfütze kurz vor der
Torlinie liegen. Der Torwart hatte eigentlich schon aufgegeben.
Aber als der Ball dann da so vor sich hin schwamm, entschloss er
sich nach kurzer Denkpause dann doch, ihn mal lieber da weg zu
nehmen. Ich glaube, es wäre der neue Bomber im FCE-Sturm Lars
Jungnickel gewesen, der da getroffen hätte. Dieser hatte ja
schon vor einer Woche getroffen, und am gestrigen Freitag in
Oberhausen auch sein erstes Zweitliga-Tor überhaupt erzielt.
Aber dieser Treffer war nun ins Wasser gefallen. In der Folge
blieben einige Angriffe wortwörtlich liegen, und zwar in Form
des Balles in den Pfützen. Es war köstlich mit anzusehen, wie da
geschlittert und geplanscht wurde. An Fußball erinnerte das aber
nicht wirklich. Wenn es klatschte, war es also kein Beifall,
sondern ein im Wasser landender Spieler oder Ball. Aber schon
bald hatte der FCE erkannt, dass man heute mit hohen Bällen zum
Erfolg kommen könnte. Und so erzielte dann tatsächlich
Jungnickel das 1:0. Per Kopfball nach Mattuschka-Ecke. Fragt
mich bitte nicht nach Zeiten, ich schätze mal 25. Minute. Ca.
zehn Minuten später erkämpfte sich Brunnemann auf der rechten
Seite einen, eigentlich ebenfalls schon wieder liegen
gebliebenen Ball, und flankte in den Strafraum. Und ausgerechnet
der Kleinste köpfte das 2:0. Markus Dörry. Der hat heute wieder
gefallen können, obwohl ich mir von dem Duo Dörry/Schuppan auf
links mehr erhofft hatte. Aber warten wir mal wie es aussieht,
wenn man wieder auf Rasen spielt. Kurz danach erregte "Kiwi I"
Meinhardt unser Aufsehen, obwohl er gar nicht spielte. Warum die
I? Na weil wir doch mit Brent Fisher aus Neuseeland jetzt noch
nen zweiten "Kiwi" haben. "Kiwi I" auf jeden Fall machte sich
doch allen Ernstes unterm Regenschirm warm. Mit diesem
herrlichen Bild begab ich mich in die Pause.
Nachdem ich mich, bei einem ebenfalls schon bereit stehenden
Tee, aufgewärmt hatte, nahm ich wieder meinen Platz ein. Der
Macher einer weiteren "EnergieFanPage"
hatte ebenfalls die Vorzüge dieser trockenen, erhöhten Stellung
erkannt und leistete uns in der zweiten Halbzeit Gesellschaft.
Einen dritten "Seiten-Macher" konnten wir allerdings, mit Blick
auf die Bausicherheit (300Kg Traglast waren bereits erreicht.),
nicht mehr unterbringen. Bei einem zufälligen Blick auf die Uhr
an der Sprecherkabine hinter mir, nahm ich verblüfft zur
Kenntnis dass die CB A's bereits mit 3:0 vorn lagen. Auf
Nachfrage erfuhr ich, dass Martin Grötsch der Schütze war.
Wiederum per Kopf, und unmittelbar nach Wideranpfiff. Das die
Anderen auch immer so trödeln müssen… In der Halbzeitpause hatte
man nicht nur die Seiten, sondern auch die Trikotsätze
gewechselt. Björn Brunnemann hätte sich das allerdings sparen
können, denn er war schon wieder von Oben bis Unten mit Matsch
beschmiert. Mir kam unweigerlich das Bild eines kleinen Jungen
in den Kopf, der abends vom Bolzplatz kommt. Brunne hatte heute
scheinbar seinen Spaß, und er kam auch erstaunlich gut mit dem
Boden klar. Auf meine Vermutung hin, er könnte das ja eventuell
tatsächlich als Kind beim kicken im Watt gelernt haben, erfuhr
ich jedoch dass es so was an der Ostsee nicht gibt. Die
schwachen Berliner versuchten, begleitet vom alten
Reinickendorfer Schlachtruf "Ödülü!" (Oder so ähnlich.), so
around about 3 Angriffe. Wobei die Betonung hier eindeutig auf
"versuchten" liegt.
Ca. zwanzig Minuten vor Schluss gelang erneut Grötsch der
Treffer zum 4:0. Unsere Zweite hatte sich mittlerweile besser
auf die Platzverhältnisse eingestellt, und versuchte häufig mit
Hebern zu agieren. Dass es trotzdem nicht häufiger zu
Strafraum-Szenen kam, lag eindeutig am diesseitigen Assi. Es
wurde gemutmaßt dass der Ärmste scheußlich frieren müsste,
weshalb er bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit den Armen
wedelte. Es war zum Teil wirklich lächerlich, was da so alles
als Abseits gegeben wurde. Aber unter Umständen liege ich auch
falsch, und die Regeln sind beim Wasser-Ball(ett) anders. Ein
Angriff nach dem Anderen wurde abgepfiffen, und ich machte mir
langsam Sorgen ob denn das 5:0 noch fällt. (Nicht dass ich
wetten würde oder so.) Kurz vor Schluss wurde dann der so gut
aufgewärmte, und mittlerweile im Spiel befindliche Meinhardt im
Strafraum regelwidrig unter Wasser getaucht, was einen Strafstoß
zur Folge hatte. Glücklicher Weise wurde er auf das von uns aus
rechte Tor gegeben, auf der gegenüber liegenden Seite hätte er
vermutlich ausfallen müssen. Oder nur als "Elfmeter aus
halbrechter Position" ausgeführt werden können, wie man neben
mir bemerkte. Torsten Mattuschka nahm sich den Ball, wie bei
allen Standards heute. Und wie schon im Spiel geübt, verwandelte
er mit einem fiesen Lupfer(chen). Da das 5:0 damit in
"trockenen" Tüchern war, ersparte man es sich noch lange zu
spielen, und stellte ein. Leider gelang es uns nach dem Abpfiff
nicht mehr die Amateure zu einem Diver zu überreden, aber die
waren heute auch wirklich schon genug gerutscht. Der Platzwart
wird bestimmt froh sein, sich mal so einer Herausforderung
gegenüber zu sehen. Er hat jetzt ne Menge zu tun, um den
Truppenübungs- wieder in einen Fußballplatz zu verwandeln. Denn
in zwei Wochen dürfen wir mit Tabellenführer Babelsberg, nach
den letzten beiden Opfern, mal wieder einen echten Gegner hier
begrüßen.
Fazit: Klitschnass aber gut unterhalten. "Stussysweltreporter"
Rossi |