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Stand

22.03.2005

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Bilder und Berichte

Erster Spatenstich für den Neubau der Osttribüne im Stadion der Freundschaft am 26

FC Energie Cottbus - SpVgg Unterhaching 0:0 vor 9.500 Zuschauern am 20.03.2005 im Cottbuser Stadion der Freundschaft

 

Was ein Wetter Freunde! Herrlicher Sonnenschein und milde Temperaturen begleiteten mich am Sonntagvormittag in die Cottbuser Innenstadt. Wie schon vorm Führt-Spiel, traf sich die Pinwand-Family zum gemütlichen Brunch und wollte zusammen plauschen und frühstücken. Nicht nur das Essen, nein auch die Gespräche am Rande waren wahrlich köstlich. Zur Unterhaltung wurden dann noch lustige Spielchen wie Digitalkameraweitwurf, Tattoomotivraten oder das bei den stets geschickt ausweichenden Kellnerinnen wirklich knifflige Kaffeebestellen abgehalten. Ich bin der Meinung, dass das zur Tradition erklärt werden sollte. Problem ist nur dass man uns jetzt öfters auf den Freitag verschoben hat.

Aufruf an die DFL: WIR BRAUCHEN MEHR SONNTAGSSPIELE!!!

Nach dieser netten Einstimmung, wanderten wir dann durch das frühlingshafte Cottbus und seine ergrünenden Parks entlang der Spree zum Stadion der Freundschaft. Hier sollte der Höhepunkt des Wochenendunterhaltungsprogramms stattfinden - ein Heimspiel des ruhmreichen FC Energie. Einmal mehr hatte dieser heute die Chance sich mit einem Heimsieg gegen einen direkten Verfolger aus dem Abstiegskampf ins halbwegs gesicherte Mittelfeld zu verabschieden. Gegner war diesmal die SpVgg Unterhaching. Nur einen Punkt hat der FCE Vorsprung auf die Speckgürtelmünchener, derer vier auf den ersten Abstiegsplatz. Trainer Andy Brehme (Ja genau, der mit dem Elfer 90.) hatte einige Besetzungsprobleme in der Abwehr, konnte aber seinen kreuzgefährlichen Stürmerstar Francisco Copado einsetzen. Auf Cottbuser Seite war bis zuletzt unklar ob Tomislav Piplica nach seinem Zehenbruch in Ahlen, nach nur einer Woche Pause wieder spielen könnte. Aber einmal mehr zeigte sich, um was für einen Kämpfertypen es sich bei ihm handelt. Mit einer Spezialmanschette am Schuh lief er tatsächlich auf. Obwohl in einigen Situationen sichtlich behindert, blieb er heute so viel sei vorweg genommen, im Gegensatz zur Vorwoche fehlerfrei. Aber auch bei einem Debüt der etatmäßigen Nr.3 André Thoms, wäre mir nicht unwohl gewesen. Auch er hat schon seine Klasse beweisen können, wenn auch noch nie in der Bundesliga. Den kurzfristigen, krankheitsbedingten Ausfall von Sahin, kompensierte Sander in dem er Steffen Baumgart zurück in die Sturmmitte holte, und Flügelflitzer Meszaros auf rechts eine Chance gab.

Ich weiß nicht ob es an der Frühjahrsmüdigkeit lag, aber die Mannschaft wirkte zu Beginn des Spiels doch noch ein wenig schläfrig. In den letzten Begegnungen zu Hause hatte man ja meist einen Blitzstart hingelegt, heute aber musste man sogar aufpassen nicht schon früh in Rückstand zu geraten. Anfänglich gab es in der Abwehr offensichtlich einige Probleme beim Übergeben des 14-Tore-Manns Copado. Meist kam er hängend über halbrechts, weshalb Löw ihn deckte. Wenn er dann aber in die Mitte zog, war plötzlich die linke Abwehrseite entblößt. So und ähnlich ergaben sich einige Gelegenheiten, die aber gottlob ungenutzt blieben. Nach ca. 20 Minuten kam Energie zu seiner ersten guten Möglichkeit. Mokhtari zog aus der Distanz ab und nur mit Mühe konnte der Panzer im Hachinger Tor (Oder was sonst ist ein Heerwagen?) den Schuss über das Dreieck lenken. Wenige Minuten später legte er für Baumgart auf, dessen Kopfball aber leider nur an die Querlatte ging. Schön und gut, aber leider war es das dann auch schon fast in der ersten Hälfte. Wenn was ging, dann durch die Mitte über Moki. Ich kann mich nicht erinnern, auch nur einen gefährlichen Angriff über die beiden Außenstürmer Schuppan und Meszaros gesehen zu haben. Wobei man Ersterem zu Gute halten muss, dass er erst eine handvoll Spiele absolviert hat, bei Ihm der Wille zu erkennen war und er den heute stärksten Hachinger Feldspieler gegen sich hatte. Aber diesem Bruno Custos war er zu keinem Zeitpunkt in puncto Schnelligkeit, Zweikampfstärke, Cleverness oder körperlicher Robustheit gewachsen. Aber was Norbert Meszaros da auf der rechten Seite zeigte, bzw. eben nicht zeigte war wirklich erschreckend. In zwei Fällen beobachtete ich wie bei einem Angriff in der Mitte der Ball auf rechts gespielt wurde - und einfach niemand da war! Genau dort wo er als Flügelstürmer hingehört, klaffte ein großes Loch. Da macht sich dann der Abgang Reghecampfs doch schmerzlich bemerkbar. "Ente" sah dies scheinbar ähnlich, und bereitete einen Doppelwechsel vor. Aber nicht in, sondern noch drei Minuten vor der Halbzeitpause erlöste er ihn von seinem Leiden, und brachte Brunnemann. Dieser konnte in der zweiten Halbzeit zwar leider nicht an seine Leistung aus dem Köln-Spiel anknüpfen, zeigte aber doch, dass man auch mal mit schnellen Vorstößen und dem Ball am Fuß in den Strafraum gelangen und sogar zum Torschuss (weit drüber) kommen konnte. Warum man auch Daniel Gunkel aus dem Spiel nahm, blieb mir zwar verborgen, aber der für ihn ins Spiel gekommene Ade Ogungbure machte zumindest seine Sache als Abfangjäger ganz gut. Ich persönlich muss zugeben, mich für Beide gefreut zu haben, denn ich schätze sie leistungsmäßig als etwa gleichwertig mit ihren, ihnen zuletzt vorgezogenen Konkurrenten um einen Stammplatz ein. Während der Halbzeitpause genoss ich die Frühlingssonne, einen lecker Cappuccino und die angenehme Ruhe im Stadion.

Auch in der zweiten Hälfte, konnte ich mich dieses eher trägen Gefühls nicht erwähren, dass die Truppe auf mich machte. Irgendwie war kein richtiger Zug nach vorn drin. Man kann wirklich nicht sagen, dass die (kleinen) Bayern sich hinten rein gestellt hätten, wie RWE (West) vor zwei Wochen. Nein, Haching arbeitete sehr gut im Mittelfeld, griff früh an, sorgte für Überzahl und versuchte auch zu spielen. Erst nach einer Stunde wurde es langsam besser mit der Energie. Zuerst gab es eine nette Eckenserie, die zwar das ebenfalls ziemlich schläfrige, in Stärke 9.500 erschienene Publikum kurzzeitig aus seiner Lazy-Sunday-Afternoon-Lethargie erweckte, aber ansonsten nichts einbrachte. Wobei auch hier wieder das Duell Mokhtari vs. Heerwagen nur denkbar knapp für den Keeper ausging. Kurz danach ein Linksschusshammer von Timo Rost, von außerhalb des Strafraums - Millimeter fehlten. Diesmal hätte auch der überragende Goalie keine Chance gehabt. Als dann noch ein Kopfball von Baumgart trotz günstiger Vorraussetzungen weit vorbei ging, stiegen so langsam Erinnerungen an das Saarbrücken-Spiel in mir hoch. Nur hatten wir da schon 1:0 geführt, als wir die Chancen nicht nutzten und noch ein Gegentor bekamen. Und da man weiß, dass Schied und Copado eigentlich immer mal für ein Tor gut sind, wurde mir langsam unwohl. Meinen obligatorischen 4:0-Tip konnte ich wohl mal wieder knicken. Ich war der Meinung, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt für die Heimspielpremiere des in der Winterpause aus Neuseeland (Womit der FC Energie endlich einmal alle Kontinente unserer wunderschönen Mutter Erde in seinem Kader vertreten hat.)  geholten Brent Fisher wäre. Und in der Tat, kam kurz danach Leben in die Ersatzbank. Doch als sich Derjenige, der sich gerade die Trainingsjacke abgestreift hatte umdrehte, erkannte ich die Nr. 15. Jungnickel also, na immerhin etwas. Für ihn ging Schuppan, ihm gehört sicherlich die Zukunft, leider aber noch nicht die Gegenwart. Ich hoffe und erwarte eigentlich auch, in Aue wieder Iordache als Linksaußen zu sehen. Der schießt zwar auch keine Tore, aber kann sich mit seiner Schnelligkeit doch hin und wieder durchsetzen und ist mit vier Assists immerhin der zweitbeste Vorlagengeber im Team. Ca. zehn Minuten vor Schluss, gab es dann eine Situation nach einer Ecke, bei der Jungnickel und Hysky einen gegnerischen Konter nicht nur verschulden, sondern quasi sogar vorbereiten. Ein Unterhachinger Spieler saust auf unserer rechten Seite mit dem Ball auf und davon, und ich seh ihn schon drin. Aber kurz vorm Strafraum konnte dieser Angriff dann doch noch gestoppt werden. In der Schlussphase gab es dann nur noch einen Kopfball nach Moki-Freistoß, aber wie immer stand am Ende der Panzer im Hachinger Tor. Diesem gelang dann kurz vor Schluss, im X-ten Versuch auch endlich noch eine Verwarnung wegen Zeitspiels beim Abstoß zu erlangen, das war's.

Gelb hatte in der ersten Halbzeit übrigens auch schon Zsolt Löw gesehen, womit nach dem nächsten Spiel theoretisch dreiviertel der Viererkette mit einer Gelbsperre ausfallen könnten. Ich hätte ehrlich gesagt einen der beiden Innenverteidiger angewiesen sich kurz vor Schluss ne Verwarnung abzuholen, um einen möglichen Super-Gau zu vermeiden. Mit dem Einsatz von Gunkel in der Abwehr und Ade Ogungbure an seiner Stelle im defensiven Mittelfeld, wäre man nur unwesentlich geschwächt gewesen. So aber, könnte der vor kurzem gerügte Rayk Schröder doch schneller als gedacht wieder im Team stehen. Das Resultat von 0:0, ist trauriger Weise absolut passend für diesen müden Kick. Obwohl Chancen vorhanden waren, gelang kein Tor. Aufgrund des hinkenden Aufbauspiels der heutigen Flügelspieler und der nicht existenten Durchschlagskraft des Energie-Sturms war und ist man einfach nicht in der Lage so einem Gegner sein Spiel aufzuzwingen und zum Torerfolg zu kommen. Positiv muss aber das zentrale Mittelfeld und die Abwehrarbeit genannt werden. Außer den anfänglichen Zuordnungsproblemen, stand man heute sicher und ließ nichts zu. 5 Gegentore aus den letzten 8 Spielen sind ein kaum zu unterbietender Wert, leider erzielte man auch nur ein Tor mehr. Daher wird es niemanden verwundern zu lesen, dass die Spiele mit Cottbuser Beteiligung die Torärmsten der gesamten zweiten Liga sind. Hut ab übrigens vor Mokhtari und Baumgart. Die beiden Spieler die mit jeweils zwei guten Chancen den Sieg auf dem Fuß bzw. der Stirn hatten, stellten sich nach dem Spiel noch zu einer Diskussionsrunde mit aufgebrachten Fans am Zaun. Als Dank dafür mussten sich Beide zum Teil übel beschimpfen lassen. Moki antwortete dass er wisse, dass er heute nicht das gespielt hat was er kann, aber auch nicht allein siegen könne. Baume war von dem Vorwurf des mangelnden Kampfgeists sichtlich und hörbar erregt. Als dem Fan der ihm dieses vorgeworfen hatte nach Kurzem die Argumente ausgingen und er gehen wollte pfiff ihn Baume energisch zurück und führte das Gespräch zu Ende. Wenn innerhalb der Mannschaft genauso offen und direkt über das Spiel und die eigenen Schwächen gesprochen wird, und davon gehe ich aus, dann sollte auch das Mut machen. Am Ende bleibt nur zu sagen: Das war wieder einmal ein vergebener, wenn auch nicht Spiel- so aber doch Satzball. Schade eigentlich, hoffentlich tun uns diese Heimunentschieden nicht noch mal verdammt leid.

PS: Das Wetter war aber wirklich Klasse! Das fand nicht nur ich, sondern auch ein knappes Dutzend Nutrias. Die ließen sich am Spreeufer in der Leichhard-Allee beim gemeinsamen Fressen die Abendsonne auf den Pelz scheinen. Ich war wieder an den Brunch am Vormittag erinnert, als wir beim mittlerweile unter die Gastwirte gegangenen Franklin zu Gast waren. Ob man den noch mal zu nem Comeback hätte überreden sollen? Vor fast genau sechs Jahren schoss er mal drei Tore nach einer Einwechselung - gegen Unterhaching!

"Stussysweltreporter" Rossi

     

Die Bilder zum Spiel gibt es hier ...

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